Meine Disco Zeitreise durch die 70er - 80er und 90er.

 

KAPITEL 1

Der Weg in die Disco.

 

 

Meine ersten Disco Besuche begannen 1978 im LaPalma und im Tessin Delmenhorst. Ab 1979 war ich dann relativ oft im ALADIN Bremen. Hier legte damals Nobert das Urgestein von DJ auf. Stop! Er legte gar keine Platten auf, da im Aladin damals die Mucke

von der Musik Kassette kam. Hatte ich vorher auch nicht nicht gesehen. Ich kann mich noch an die Dual Toplader erinneren.

Die Musik im Aladin war damals einzigartig und etwas vergleichbares gab es maximal im Renaissance in Oldenburg.

 

 Im Sommer 1980 machten wir Urlaub in Benidorm (Spain) und hier

entdeckten wir durch Zufall die noble und sehr große Diskothek

" CAP 3000". (Wurde später das berühmte PACHA mit den beiden

Kirschen im Logo) Das CAP 3000 lag an einer Hauptstraße

kurz vor Benedorm und sah von außen aus wie ein UFO.

Einfach hammermäßig.

 

 

Hier standen drei Jungs auf der Disco und ich wurde neugierig was

die denn zu dritt da trieben. Ein Spanier machte hin und wieder

mal eine Ansage, ein blonder legte die Scheiben auf und war

am Mixen und der dritte im Bunde war der Lightjockey.

Ich kann mich noch an die Gibson Brother`s mit Cuba

erinneren und mein Disco Fieber war entfacht.

 

Kapital 2

Bremer Diskotheken im Jahre 1980.

 

Wieder in Bremen angekommen ging es wieder in das Aladin aber man ging auch auf die Suche nach einem Disco Club in dem

man evtl. mal die Studio 54 Musik zu hören bekam. Leider bekam ich ja durch den Spanien Urlaub die Eröffnung des

INFINITY`s damals nicht mit. Das Display am Liebfrauen Kirchhof, das Starship, das Red Ballonn, das Maddox, das

Filou, die Hopfengasse uvm, alles wurde genaustens untersucht, aber nein etwas vergleicbares mit dem CAP

3000 in Benidorm konnte ich einfach nicht finden. Es wurde November im Jahre 1980. Wir waren wie so

oft wieder einmal im Aladin in Hemelingen. Allerdings war an diesem Abend nicht sehr viel los und

von der Musik war es auch an dem Abend nicht so unser Ding. Mein damaliger Kumpel meinte

er hätte gehört das in Emtinghausen vor den Toren Bremens eine neue große super

Disco eröffnet hätte. Holla, der Abend war vermutlich gerettet und wir machten

uns auf den Weg. Nur wo lag Emtinghausen ? Wir waren beide der Meinung

muss irgendwo hinter Weyhe liegen, Wir fuhren in Hemelingen auf die

Autobahn und gleich die Abfahrt Weyhe wieder runter. Wir waren

somit dachten wir ersteinmal auf dem richtigen Weg. Hinter

Dreye wurde es schon recht dunkel (Also hier ist gemeint

das es keine Häuser mehr zu sehen gab) und man war

sich auch gar nicht mehr so sicher ob wir auch

richtig sind. Wer denkt mal eben auf das

Handy, oder das Navi schaun zu können

liegt leider auf dem Holzweg.

Gab es damals nicht.

 

Aber wir wollten nicht aufgeben und da hin und wieder ein Auto an uns vorbeifuhr und das auch noch nach jungen Leuten

aussah, fuhren wir auch ohne den Gedanken Aufgeben zu wollen in diese Richtung weiter. An den nächste Ort kann ich

mich noch heute erinneren. Das war Riede und ab hier konnte ich mir eigentlich kaum noch vorstellen das wir hier

noch etwas finden sollten. Aber da immer mehr Autos um diese Zeit (Muss so 22:00 gewesen sein) in diese

Richtung fuhren, gaben wir natürlich auch nicht auf. Nach einiger Zeit tauchte dann auch an einem

kalten November Abend das Ortsschild von Emtinghausen auf. Schon am Ortseingang parkten

die Autos auf beiden Seiten an der Straße. So ging es dann auch durch ganz 

Emtinghausen weiter. Es war kaum noch eine freie Fläche im Ort zu

finden. Ganz am Ende von Emtinghausen fanden wir dann

doch eine Lücke und wir kamen unserem Ziel so

langsam näher. Also zu Fuß wieder

zurück bis zum Parkplatz.

 

Aber hier traf uns dann der nächste Schlag. Eine riesen Schlange vor dem Eingang und alle waren auch noch ziemlich gut

angezogen. Ach du Kacke dachten wir. Jeans Hose, Jens Jacke und Cowboy Stiefel und das alles nicht das neueste.

Nach ja, eigentlich war ja auch Aladin angesagt. Aber geduldig warteten wir in der Schlange und so langsam

näherten wir und dem Eingang. Die ersten Musik Bruchstücke waren zu hören, und je näher wir kamen

um so hammerhärter wurde der Bass. Ich ahnte so langsam was da Musiktechnisch auf uns zukam!

Yes !!!! Der Sound aus dem Cap 3000, nein Studio 54, also der US Disco Sound, den ich gesucht 

hatte. Aber wir waren ja immer noch nicht in den heiligen Hallen angekommen. Nun gab es 

nur noch eine Hürde. Ein gutaussehende junge Dame die aber auch einen gnadenlosen 

Blick ausstrahlte. Neben ihr einige gut angezogene Türsteher. nun waren wir 

endlich dran, aber am liebsten wäre wir auch wieder gegangen. Die

Vorstellung das wir gleich eine Abfuhr bekommen sollten

war einfach unerträglich. Ich dachte lasse uns

wieder gehen und in der nächsten

Kneipe ein Bier trinken.

 

Noch zwei Typen im Lacoste Polohemd und geschmeidigen Popperschnitt vor uns und nun waren wir dran. Die junge

Empfangsdame verdrehte leicht die Augen und meinte bitte nicht noch mal in solchen Klamotten. Heute weiß 

ich das diese junge Dame Giesela S. gewesen sein muss. Danke Gisela das du uns rein gelassen hast.

Ja ja ja ja ja ja ja ja ja ja ja wir waren an der Kasse. Wir bekamen eine seltsame Lochkarte

und wenn ich mich noch recht erinnere stand da ein Guthaben von 50 DM drauf.

Man erklärte uns wie man mit der Karte umgehen muss. Die Summe vom

Getränk wurde gelocht und am Ausgang musste man dann 

die Gesamtsumme bezahlen. Wenn man die Karte

verlieren würde, waren 50 DM fällig.

Auweia dachte ich.

 

Aber egal, nun rein in die heilige Halle. Mit Blick auf den Durchgang zur Main hall war gleich auf der rechten Seite

die Kasse für den Ausgang. Gleich dahinter kam der Eingang von einem kleinen Restaurant (Später Imbiss).

Dahinter war was ich aber natürlich noch nicht wusste, die Küche und auf der linken Seite hinter der

Küche die Treppe in den Keller. Hier lag das das Getränkelager und das Büro von den Chiefs.

Auf der rechten Seite im Eingangsbereich war die Garderobe und gleich dahinter der

Durchgang zu den WC`s. Es war überall proppenvoll und wir mussten uns mit

massiven Kräften weiter durchkämpfen. Nach dem Durchgang konnte 

entweder rechts oder auch links weiter gehen. Wir entschieden

für die rechte Seite und kamen hinter einer sehr großen

Bar heraus. (Das war die Eins). Überall Spiegel

und Sitzecken vom feinsten.

 

Weiter auf der linken Seite an der Bar vorbei folgte dann auch gleich die nächste. Hier standen viele bunte Flaschen vor

einem riesigen Spiegel und man konnte erahnen, das es sich hier um eine extra Cocktail Bar handelte. Nun standen

wir schon mitten im Geschehen. Das Infinity war brechend voll. Wir sahen Kellner im dunklen Anzug und mit

Fliege und jeder Gast schien irgendwie ein VIP zu sein. Der Sound war der Hammer.  So etwas hatte ich

noch nie gehört. So saubere Bässe und Höhen und das in einer Lautstärke, das es einem fast die 

Luft wegnahm. Es war einfach unbeschreiblich und diese ganzen optischen Emotionen 

waren in dem Moment auch überhaupt nicht aufzunehmen. Sprich von der

Lichtanlage hatte ich so richtig noch gar keine Notiz genommen. Es 

lief gerade ein Stück was ich noch nie gehört hatte. Nur Beat

und ich hatte das Gefühl als wenn diese Maxi gar nicht

Enden wollte. Man meinte diese lief schon 

25 Minuten.

 

 

So langsam kam zu dem Beat ein Bass dazu und das Lied steigerte sich immer weiter, bis dann der Schlachtruf

in dem Lied kam: "Dancer". Diese Scheibe musste ich einfach haben. Aber wer war das. So langsam nahm ich

dann auch die Lichtanlage auf. Zu dem hammerharten Bass blitzen da die Neonröhren und Strobos 

von der Decke. Aus der Bühne kam der Nebel und wenn man nach oben schaute dachte man,

man ist in einer anderen Welt. Vermutlich bekam ich den Mund gar nicht wieder zu.

Aber das war ja auch nur gefühlt so. Hinter der Cocktail Bar kam die erste

Wendeltreppe die nach oben auf die Galeria führte. Also ab nach

oben und mal schauen was da noch so zu erkunden war.

Auch hier oben gab es viele versteckte Ecken

und auch noch weitere Bars.

 

Von hier hatte man einen klasse Ausblick. Wenn man denn an die Balustrade kam. Die war nämlich sehr begehrt und man

fand kaum einen freien Platz zum Schauen. Irgendwann hatten wir aber unseren Platz und nun konnte ich endlich alles

einmal in Ruhe erkunden. Unter uns die DJ Station. Da ich damals schon ein HIFI Fetischist war, erkannte ich sofort

was sich da unten bei dem DJ`s drehte. Drei mega teure und für mich unerschwingliche Thorens Plattenspieler

der Sorte Hi End. Ich musste dann noch einmal Zählen. Es waren wirklich drei von diesen edlen Teilen.

Das hatte ich auch noch nie gesehen. Nun nahm ich auch so langsam auf das inzwischen schon 

die nächste Scheibe lief. Aber wo war der Übergang und die so typische Ansage aus den

anderen Discotheken geblieben. Äh, gab es hier nicht. Eine Stunde wurde gemixt 

ohne das man so wirklich einen Übergang hörte. Es lief die zweite Hammer

Scheiben nach Gino Soccio und das war Kano - The War. Es ging

dann noch ca. so eine Stunde so weiter und dann kam

ein Break. Musik aus und man hörte nur noch

das Publikum murmeln.

 

Alles war dunkel und dann donnerte "Radar Love" mit viel Nebel und einer wahnsinnigen Lichtexplosion aus den Boxen. Das

Publikum tobte und man dachte mehr geht nicht. Nach Radar Love ging es weiter mit der geilen US Disco Mucke und der

Beat steigerte sich so langsam von 120 auf 130 BPM. Jedes Stück irgendwie magisch und ohne das wir es auch nur

im geringsten kannten. Mein Favorit an diesem Abend und ich kannte es natürlich auch nicht, war ein Instrumental

Stück was auch einen hammerharten Beat hatte. Eine Lichtshow dazu die vermutlich vorher noch keiner

gesehen hatte. Später habe ich dann heraus bekommen das dieses Stück von der Gruppe Katmandu

war. Viele von den nur im Infinity zu hörenden Platten konnte ich dann später in Amsterdam oder

auf Ibiza ergattern. Auch fuhren wir zum Platten Kaufen nach Hamburg. In Bremen 

war da kaum etwas zu bekommen. Nur der rothaarige Verkäufer und er war 

da schon etwas besonderes, in der "Schallplatte"konnte viele

Scheiben beim Vorsummen schon erkennen.

 

 

Weiter mit Blick auf die Disco dachte man, man schaut in ein Raumschiff Cockpit. Bei dem Lightjockey blinkte und blitze alles

und in der Mitte zwischen ihm und dem DJ war doch tatsächlich eine Nakamichi Tape Deck eingebaut. Ich hätte heule

können. Das war mein Traum, aber zu der Zeit damals unerschwinglich. Der LJ war ein Könner seiner Art.

Das Licht ging in die Musik über und andersrum genauso. Mit seinen Händen bediente er eine

Touchboard mit roten beleuchteten Tasten und man dachte es wäre Zauberei.

Nun nahm ich mir die Zeit und versuchte einmal die ganzen 

Lichteffekte aufzunehmen die da so an der Decke und

an den Seiten hingen.

 

Pause.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geht bald weiter..........